Samstag, 27. August 2011

Eine ganz besondere Spende!!

Hallo ihr Lieben! 
Ich habe gerade Ann´s Artikel (Kullerbü) von gestern über den kleinen an Leukämie erkrankten Maximilian gelesen und den Aufruf zur Typisierung, da der kleine Kerl dringend eine Stammzellen-Spende braucht. 
Ich habe mir schon vor einigen Tagen vorgenommen, über dieses Thema zu schreiben, da ich am 6. September meinen 12. Geburtstag feiern kann. Ja - mein erstes Leben begann am 5.9.1960 und mein zweites am 6.9.1999. An diesem Tag bekam ich meine lebensrettende Dosis Stammzellen. 
So wie der kleine Maximilian erkrankte ich im Frühling 1999 an akuter lymphatischer Leukämie. Ich kam mit über 90% Tumorzellen im Blut in die Kieler Uni-Klinik. Sehr schnell stellte sich heraus, dass ich eine sehr aggressive Form der Leukämie hatte, wo nur eine Transplantation mit fremden Stammzellen helfen kann. Ich hatte großes Glück, denn meine fast 10 Jahre jüngere Schwester ist wie mein genetischer Zwilling. Noch bevor die Typisierungsergebnisse vorlagen, war uns beiden klar, dass es passen würde, denn wir zwei sind ein Herz und eine Seele. Und wir sollten Recht behalten. So wurde ich einen Tag nach meinem 39. Geburtstag transplantiert - und konnte nach einiger Zeit ein neues Leben beginnen. 

Ich wollte diesen anstehenden Jahrestag zum Anlass nehmen, mal wieder darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, dass sich so viele Menschen wie möglich typisieren lassen und auch zur Blutspende gehen. Denn die ist genau so wichtig! Gäbe es die Blutspender nicht, säße ich jetzt auch nicht hier. Ich habe etliche Konserven bekommen... 
Natürlich wird wegen eines aktuellen Falles gerne zu einer Spendenaktion aufgerufen. Das ist auch gut so! Aber bitte vergesst nicht, dass immer wieder Menschen in diese Situation kommen, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Ich finde, jeder sollte sich typisieren lassen. Ob er dann tatsächlich spendet, wenn es denn dann mal passen sollte, kann er dann immer noch bei Benachrichtigung entscheiden. Wie wichtig das alles ist, wird einem oft erst bewusst, wenn man selbst betroffen ist oder wenn man es im näherem Umfeld mit bekommt. 
Meine Kinder waren damals 10, 13 und 16 Jahre alt - ich wollte sie groß werden sehen! Ich habe gekämpft - aber ohne die Stammzellen-Spende hätte alles Kämpfen nichts genützt. Ich bin unendlich dankbar, dass mir geholfen werden konnte und bin der Meinung, dass jeder Betroffene diese Hoffnung haben sollte. Und die können wir ihm geben, indem wir dabei sind und uns bei der DKMS registrieren lassen! DANKE !!!

Ich bin so frei und zeige euch auch ein paar Fotos von mir aus 1999. 
Die drei Süßen waren nur einmal mit im Krankenhaus. Sie konnten es nicht ertragen... schließlich lag ich auf einer Station, wo nur Leukämie-Patienten waren. Zuhause wurden sie nicht so direkt mit der Situation konfrontiert, dass mein Zustand wirklich so lebensbedrohlich war.
In den Sommerferien der Kinder durfte ich nach Hause. Ich sollte mich erholen und auf die Transplantation vorbereiten. Im Vorfeld gab es etliche Chemo-Therapien. 
Ende August ging es dann in die entscheidende Endphase: Zwei Tage morgens und abends jeweils 20 Minuten Ganzkörperbestrahlung und danach drei Tage wieder Hochdosis-Chemo. Danach war mein Körper auf Null gefahren und bereit für die neuen Stammzellen. 

Von da an war es allerdings noch ein harter und langer Kampf, bis ich wieder richtig ins Leben zurück konnte. Aber wie ihr seht, hat sich dieser Kampf gelohnt. 

Und ich kann nur immer wieder an alle appellieren, die noch nicht registriert sind: gebt euch einen Ruck. Geht zu eurem Hausarzt (denn auch der kann alles veranlassen und das Blut abnehmen) oder setzt euch mit der DKMS in Verbindung. Es kostet nicht viel - aber es bringt vielleicht für irgend jemanden ALLES !!!

Das sind zwar heute keine "schönen Bilder" - aber enorm wichtig!!! 
Ich danke euch für´s "Zuhören" und hoffe auf euer Verständnis für diesen außergewöhnlichen post. 
Habt ein schönes Wochenende! 
Karina 

Nachtrag: Falls jemand mehr Info haben möchte, darf er mich gerne anschreiben. Ich habe kein Problem, über alles offen zu reden.

Kommentare:

  1. Ich habe gerade eine Gänsehaut bekommen! Ich freue mich so, dass Du den Kampf gewonnen hast und finde es großartig, dass Du so mutig bist, Deine Fotos hier zu zeigen!!!
    Weiterhin alles alles Gute!
    LG Bine

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  2. hallo karina,
    sitze nun heulend hier, weil mich dein post sehr bewegt hat. schön, dass du es geschafft hast und diese schreckliche odyssee hinter dir hast!
    am montag gehe ich zum arzt, versprochen!
    ich war früher regelm. bei der blutspende, doch nachdem sie mich öfter wieder nach Hause schickte, da sie mit meinem Blut nichts anfangen konnten (Eisenwerte) ging ich nicht mehr.
    ich wünsch dir für deinen weiteren weg alles alles gute, vor allem bleib gesund!
    dana

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  3. Hallo,
    ja, ich sitze hier auch mit Gänsehaut und bin sehr froh, das es damals bei Dir alles stimmig war. Kenne leider auch sehr viele solche Fälle. Bei uns hier hinten in der Elbregion treten ja Leukämie Erkrankungen vermehrt auf. Ich finde diesen Aufruf von Dir deshalb auch sehr wichtig und man kann es wirklich nie oft genug tun.
    Liebsten Gruß und einen schönen Sonntag
    Sandra

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  4. Hallo Karina !
    Ich hab auch gerade Gänsehaut bekommen, als ich deine Geschichte gelesen habe. Und ich freu mich, dass du den Krebs überstanden hast und es dir heute so gut geht.
    Ich bin schon seit meinem 18. Lebensjahr aktive Blutspenderin und hab mich schon vor Jahren typisieren lassen. Das Leben kann sich von einem Tag auf dem anderen so plötzlich ändern und man ist auf "fremde" Hilfe angewiesen und ist dann froh, wenn man diese bekommt.

    Ich wünsche dir alles Gute und noch ganz viele gesunde Jahre im Kreise deiner Lieben !

    Einen schönen Sonntag und ganz liebe ELCH-Grüsse

    vom ELCHfuzzi

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  5. Ich bin total aufgewühlt. Es ist einfach nur schön, dass du es damals geschafft hast und sehen konntest, wie deine Kinder aufwachsen.
    LG Sabine

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  6. Danke über den Bericht - er gibt soviel Hoffnung. Gut das die Medizin schon so weit ist.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  7. liebe karina,

    ich finde es einfach wunderbar, dass du den mut hattest, diesen post zu schreiben. nicht immer stößt man mit solchen schilderungen auf offene und verständige ohren!

    ich spreche da aus eigener erfahrung.

    spenden darf ich leider nicht! ich wollte gerne einen organspenderausweis ausfüllen, als ich damals im krankenhaus lag.
    mit meiner vorgeschichte, sagten die ärzte, dürfe ich allerdings leider keine spenden, egal welcher art, abgeben.

    es ist einfach toll, was die medizin heutzutage alles schafft! als ehemalige krankenschwester staune ich da immer wieder.

    es ist einfach schön, dich jetzt wieder so entspannt und fröhlich lachen zu sehen!
    auch wenn man sehr, sehr schwere zeiten durchmachen mußte.....ich finde, irgendetwas gutes hat es für die betroffenen dennoch immer. auch wenn man das oft erst später erkennt.

    ganz liebe grüße
    gaby

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  8. jetzt hab ich doch glatt vergessen, auf deine frage im kommentar zu antworten.....

    ja, wir haben, bzw. hatten beide elterntiere. der miniyorkshirerüde ist schon ein alter opa mit seinen 15 jahren, lebt aber immer noch ganz munter unter uns.
    die chihuahuahündin ist im letzten jahr gestorben, im alter von etwa 10 jahren. es war ein aufgefundener hund, deswegen kennen wir das alter nicht so genau.

    außerdem hatte ich noch eine zwergspitzhündin --auch im handtaschenformat-- von der wir ebenfalls ein paar süße welpen hatten. auch hier war der vater der yorki.
    du siehst, er hatte ein erfülltes liebesleben, lach. vielleicht läßt ihn das ja sooo alt werden.
    nochmal grüßle und alles liebe

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  9. Liebe Karina,
    danke für die Fotos, Deinen Bericht und den Aufruf. Ich habe mich bei einer meiner letzten Blutspenden (Ich gehe seit 25 Jahren reglmäßig, wenn ich nicht wegen meiner Eisenwerte für ein halbes Jahr gesperrt werde.) typisieren lassen und bin in die Knochenmarkspenderdatei aufgenommen worden. Ich kann allen nur dazu raten. Das Typisieren tut ja wirklich nicht weh. Bei der Blutspende zum Beispiel wird halt ein Röhrchen mehr abgenommen, alles andere übernimmt der Blutspendedienst.

    Vielleicht passt es ja irgendwann einmal und ich kann so einem Menschen damit helfen, wie ich vielleicht auch mit meinem Blut schon helfen konnte.

    Ganz liebe Grüße und alles Gute für Dich
    Petra

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  10. Sitze voller Gänsehaut - danke für Deinen Bericht.
    Leider habe ich das Spendealter schon überschritten.

    Sprachlose Grüße - von ganzem Herzen kommend.
    Gottes Segen!

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  11. Liebe Karina,
    dein Krankheitsverlauf hat mich sehr berührt. Ich weiß dass Du hier nur einen Bruchteil von dem zeigst wie es dir wirklich ergangen sein muss. Zweimal täglich Ganzkörperbestrahlung, Chemo plus Stammzellentherapie, es wird einmal durch die Hölle und zurück gewesen sein. Ich freue mich sehr dass sich das Kämpfen gelohnt hat.Das du deine Kinder Aufwachsen sehen darfst. Ich wünsche Dir ein gesundes Leben und drücke dafür alle meine Daumen.
    Und ja, Du hast recht wir sollten uns alle Typisieren lassen.
    Sei lieb gegrüßt Manuela

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  12. Dein Bericht gibt Kraft und Hoffnung! Schön, dass es dir wieder so gut geht! Ich hatte schon 3 solcher Fälle in der Familie.
    In 2 Tagen ist dein 12. Geburtstag, da werd ich nochmal hier zum Gratulieren vorbeikommen!
    Alles Liebe, Sophie ♥

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