Freitag, 28. Oktober 2011

Es war einmal...

Nein, dies ist KEIN Märchen.
Es hat sich alles genau so zugetragen, wie ich es euch erzählen werde.
Aber zuerst schaut euch mal das Foto an... na... was ist das??

Es war im Sommer 2004...
Unser Sohn, damals 15 Jahre alt, erzählte uns, dass er ein Ei gefunden habe und wollte nun wissen, ob er das nicht irgendwie ausbrüten könne. 
Er ist halt ein Kind vom Land... und stromerte natürlich immer über Wiesen und Felder oder am Strand entlang. Und für so ein Landei - äh -kind ist es auch nicht abwegig, "gefundene" Tiere oder Eier mit nach Hause zu bringen. 
Das ist praktischer Naturkunde-Unterricht...
Natürlich habe ich gesagt, dass das nicht funktioniert, er möge das Ei doch lieber gleich entsorgen. Sorry, wenn ihr jetzt entsetzt seid, aber ich wollte vermeiden, dass der Inhalt noch im Bett landet.
Das hat er natürlich NICHT getan.

Nach einer Woche rief er aufgeregt aus seinem Zimmer von oben: 
"Maaamaaa!!! Der Vogel schlüpft!!"
Ich dachte ja, er spinnt - oder ich spinne. 
"Häää...??? Wie denn das??? Du willst mich veräppeln!"
Ich bin gleich hoch in sein Zimmer und da hielt Lukas mir einen Schuhkarton, der mit einem Handtuch ausgekleidet war, vor die Nase und aus einem relativ großen, getupften Ei schaute ein ziemlich kräftiger Schnabel heraus.
"Das ist doch keine Amsel", rief ich. Er hatte mir nämlich erzählt, es sei ein Amsel-Ei gewesen, was er gefunden hat. Hahaha...
Wir warteten noch eine Weile geduldig und dann entwickelte sich das ganze Küken aus der Schale. Füße wie ein Dinosaurier-Baby! Ich war total entsetzt und erfreut zugleich. Natürlich freut sich eine Mutter, wenn neues Leben geboren wird - aber ein Möwenküken...!?!?! Wie sollen wir das denn ernähren und groß kriegen???
Lukas einziger Kommentar: "ICH BIN VAAAATER GEWORDEN !!!"

 

Aber zum Glück gab es schon Internet...!
Ich forschte nach und fand genügend Information. 
DANKE, du so oft gehasste Technik !!!
Tja, und so deckten wir uns ein mit Fisch und Tartar (nur vom Feinsten!!!).
Viele kleine Miniportionen wurden eingefroren 
und peu à peu aufgetaut und verfüttert.
Wie Lukas das geschafft hat?
Tja... er hat das Ei in ein Handtuch gewickelt in den Karton gelegt, jeden Tag immer wieder mal gewendet (wie es im Buch oder Internet steht) und mit unserer Rotlichtlampe hin und wieder bestrahlt.
Der Karton stand ganz hinten im Zimmer, schön versteckt, damit ich ihn nicht sehe, über die Heizung geklemmt. Davor stand ein Tisch - ich habe ihn wirklich nicht entdeckt. Ich stöberte ja auch nicht im Zimmer des Halbwüchsigen herum - und so war sein Plan gelungen.

Und so sah Jonathan - wie sonst soll man eine Möwe nennen? - dann trocken aus:


Als Behausung diente in den ersten Tagen ein Meerschweinchenkäfig mit Sand, Kies und einer Kuschelecke aus einem alten Schal. Gefüttert wurde alle zwei Stunden mit der Pinzette (wie gut, wenn man eine Mutter hat, die das während der Schulzeit übernimmt) und Wasser gab es in Tropfenform vom Finger. Zum Glück müssen Vögel in der Nacht nicht gefüttert werden...
Der Käfig stand in Lukas´ Zimmer. Und erst, wenn er sich morgens bewegte, fing der kleine Vogel zu piepsen an! 
Er hatte seinen Daddy immer im Auge!!

Ich weiß, es ist viel Text, aber wenn es euch interessiert, wie es weiter gegangen ist, dann schreibe ich gerne noch mehr!
Wünsche euch einen gemütlichen Abend !!

Karina



Kommentare:

  1. Ein wahres Märchen, natürlich möchte ich gerne wissen wie es weiterging.
    Unser Sohn brachte einmal ein Schwälbchen (leider gibt es keine Fotos).
    Liebe Grüße Anneliese

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  2. Natürlich will ich wissen wie es weiter geht.
    Mir läuft eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken.
    Ich hoffe die Geschichte geht gut aus.
    LG Maike

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  3. ....ohhhh....lieber nicht, sorry....;o)) spiele ich/wir doch (ganz entfernt) eine statistenrolle in dem "märchen"

    liebe grüße melanie

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  4. Hallo Karina,
    auf jeden Fall möchte ich wissen, wie die Geschichte weiter geht.
    ♥lichst
    Manuela

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  5. Oooooh ist die süüüüß! Ja aber batürlich möchte ich wissen wie es weitergeht! :o) (hoffentlich gibts ein happy end!)
    Ich bin total beeindruckt, dass er es ausgebrütet bekommen hat! Freue mich auf eine Fortsetzung :o)
    Alles Liebe Sophie

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