Dienstag, 31. Mai 2016

Vorher / Nachher...


Ja, diese "Vorher-Nachher-Fotos" mag ich zu gerne!

Ich hatte doch im letzten Post angekündigt, 
dass ich euch zeigen will,
was in den letzten Wochen in unserer kleinen Werkstatt so passierte.

Im letzten Sommer konnte ich auf einem Flohmarkt hier im Dorf
an einem alten PostFahrrad nicht vorbei gehen...
Ein ziemlich arg verrostetes, gelbes LastenFahrrad von der Post.
Vorne und hinten mit je einem Korb,
hat mich spontan gefangen genommen und wollte mit.
So hab ich mein Portemonnaie geplündert und es adoptiert.
Wollte doch schon immer ein ganz besonderes Fahrrad im Garten dekorieren. :o)
So bepflanzte ich zwei WeidenKörbe mit Blumen,
stellte sie in die FahrradKörbe und stellte das Rad unter die Linde.
So stand es die restlichen SommerWochen 2015 im Garten
und erfreute nicht nur mich!




Da es immer draußen stand und somit Wind und Wetter - besonders Regen - ausgeliefert war, sah es natürlich gegen Ende der Saison
richtig schlimm aus, was den Rost betraf.
Wir planten daher für dieses Frühjahr eine Restaurierung.
Mein "Haus-und-Hof-Handwerker" (mein Schatz)
zerlegte das Rad in sämtliche Einzelteile.
Die beiden LastenKörbe brachten wir in die Schleswiger Werkstätten.
Dort wurden sie sandgestrahlt und in "Perlweiß" pulverbeschichtet.
Alle anderen lackierten und verchromten Teile wurden von "Herrn Brodersbydchen"
fein säuberlich abgeschliffen und mit Autolack in einem zarten Rosa neu lackiert.




Bis auf den Ständer ist alles wieder tip top in Ordnung.
Sogar die Gangschaltung (5 Gänge!) funktioniert,
die Kette ist gereinigt und läuft wieder und Licht geht auch.
Zumindest hinten - vorne fehlt es noch...

Wir zwei sind total begeistert von dem neuen Look!
Und jetzt ist es mir sogar fast zu schade, 
um es nur zur Deko in den Garten zu stellen.
Dabei war es doch dafür gedacht...

Schweeere Eintscheidung...!!!
Am liebsten würde ich es ins Haus holen,
damit es nicht nass oder sogar schmutzig wird.
Aber ich hab es vorhin dann doch in den Garten gestellt - erstmal...

Vielleicht bekommen wir ja auch ein gutes Angebot 
und würden verkaufen - wer weiß...



Beim Durchsehen meiner Posts ist mir aufgefallen,
dass ich euch das Fahrrad im letzten Jahr gar nicht gezeigt habe.
Oder ich hab es übersehen...

***

Ich bin dann mal wieder im Garten... 
und bald auch wieder mit der *Rosy* auf Reisen.
Der SommerUrlaub rückt näher.
Dann wird wieder fleißig unterwegs gestrickt.

Der Pulli ist übrigens nicht "nach meiner Mütze"
(also nicht perfekt geworden) - 
und somit gibt es auch leider keine Anleitung dafür. 
Nicht traurig sein!


Liebste Grüße in die Runde!

Eure Karin 
(oder auch Henrijette) ;o)

Samstag, 21. Mai 2016

So viele Projekte...


Wo fange ich an?
Da ist so viel entstanden und auch noch in Arbeit,
wovon ich noch berichten möchte.


Vorher jedoch möchte ich mich ganz herzlich 
für die vielen lieben Kommentare und Emails bedanken, 
die mich nach meinem letzten Bericht erreichten!
Ich war wirklich überwältigt und habe nicht alle beantworten können.
Ein großes DANKESCHÖN allen, 
die Interesse gezeigt und reagiert haben!
Vielleicht konnte ich ja den einen oder anderen von euch dazu bewegen,
sich bei der DKMS registrieren zu lassen.
Übrigens wird dort auch jeder Cent benötigt, um die Blutproben zu typisieren.


Jetzt aber zum heutigen Post:
Dann beginne ich mal mit den Werken aus Wolle.
Der jüngste Enkel brauchte eine Strickjacke.
Da meine Schwester mir bereits im September
Wolle zum Geburtstag geschenkt hatte, die allerdings zweckgebunden war ;o), 
entstand daraus dann dieses süße Teil:




Raglan-von-oben (RVO) ist ja immer wieder genial.
Die Knöpfe hab ich ganz bewusst von oben nach unten weiter auseinander gesetzt,
falls sich jemand Gedanken machen sollte. Hihi.
Das war für mein Auge besser so wegen der Farbwechsel-Reihen.

Als nächstes wurde im Bekanntenkreis dringend 
eine sommerliche Kopfbedeckung benötigt.
Also suchte ich in meinem neuen Wollschrank (dazu später mehr)
nach einem passenden BaumwollGarn.
Ich hatte sogar eines in der gewünschten Farbe.
So konnte ich ratzifatz loslegen und das kleine Geschenk weiterreichen.





***




Jetzt war ich wieder infiziert vom Mützen stricken bzw. häkeln
und so entstanden gleich noch zwei weitere,
die wahrscheinlich dann in den alljährlichen 
"Verkauf über´n Gartenzaun" wandern.




***




...weitere werden folgen. Garn hab ich ja genug. ;o)

Letztes Jahr brachte mir die liebe Catrin einen schön "verpackten" Stein mit,
als sie mich besuchte. Sofort kribbelte es mir in den Fingern, 
so etwas auch zu probieren.
Allerdings musste es - warum auch immer - bis jetzt warten.
Und so habe ich nun eine neue Leidenschaft für mal eben zwischendurch entdeckt...






Mein derzeitiges Großprojekt bereitete mir ein wenig Kopfzerbrechen.
In diesem Post hatte ich euch die Anfänge ja bereits gezeigt.
Der Pulli war auch schon fix und fertig - und ich auch.
Auf der Puppe sah er richtig gut aus:





- sowohl von der einen als auch von der anderen Seite - 




Als ich ihn jedoch angezogen hab, musste ich leider feststellen,
dass die Ärmel viiieeel zu weit waren.
Desgleichen auch der untere Abschluss.
Die Anleitung dazu war bereits fertig geschrieben.
Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie es in mir gegrummelt hat.
Also hab ich das Teil erstmal in die hinterste Ecke verbannt
und mich der oben gezeigten Kleinteile gewidmet.

Früher hätte ich den Pulli gleich entsorgt, verschenkt, verbannt.
Heute bin ich ehrgeiziger. Allerdings musste ich erstmal ein wenig Zeit ins Land gehen lassen, die Gedanken sortieren und neu berechnen, 
um mich dann erneut ans Werk zu machen.

So hab ich die Ärmel wieder aufgetrennt 
(was verdammt schwierig war, da ich ja die Fäden so toll vernähe!), 
geribbelt, geribbelt, geribbelt und inzwischen den zweiten Ärmel fast fertig.
Jetzt bin ich zufrieden damit.
Nur der Bund muss noch geribbelt und auch neu gestrickt werden.
Aber auch das schaffe ich noch.
Sollte ich dann glücklich mit dem Endprodukt sein, 
wird es auch eine Anleitung dafür geben. :o)

Soviel zu den WollWerken.

***

Wer mich kennt weiß, dass ich auch anderweitig mit Farben "spiele".
Ja - ich hatte mir tatsächlich auch mal wieder die Zeit genommen,
mich an die Staffelei zu stellen.
Manchmal brauche ich ein wenig Druck von außen. ;o)
Und so schwirrte mir seit längerem der Wunsch einer Freundin durch den Kopf,
die sich ein Bild von mir wünschte mit ihrem LieblingsLeuchtturm.

So sieht er aus, der Leuchtturm auf der kleinen dänischen Insel im großen Belt.
"Blaue Stunde auf Sprogö"
Ich finde auf meinem Rechner leider nicht das dänische ö... :o( 





Hier hab ich keine Pinsel benutzt, es ist alles gespachtelt.
Später hab ich dann entdeckt, dass der Leuchtturm sogar ein Gesicht hat. :o)




...und Kiki hat sich riesig gefreut!

***

Jetzt zur anderen "Malerei".
Eine Aufgabe wartet alle Jahre wieder auf mich und auch auf meinen Didi...

Das Haus, welches wir ja 1995 mit Lärchenholz verkleidet haben,
braucht einen neuen Anstrich.
Oh ja...!




Das lohnt sich....!!!
Inzwischen bin ich auch schon an dieser Front fast fertig.
Leider funkt mir das Wetter oder (wie im Moment) mal wieder mein
Gesundheitszustand dazwischen. 
Warum nehme ich eigentlich jeden, aber auch wirklich jeden Infekt (dankend) an,
der hier so vorbei kommt???
Ach ja - mein Immunsystem. Ich vergesse es immer wieder.
Und ich kann mich einfach nicht damit abfinden.
Schließlich ruft der Garten ganz laut nach mir!

***

Weiter oben erwähnte ich meinen neuen WollSchrank. :o)
Jaaa - ich habe mein offenes Regal durch einen Schrank mit Tür ersetzen können.
Ist der nicht schön?!
Ich bin ganz verliebt in das neue alte Schätzchen.
Ist von 1880 und stammt aus Norwegen.
Aber ganz so weit musste ich nicht reisen - konnte ihn in Kiel ergattern.



***



Nein - das ist NICHT mein gesamter WollVorrat. ;o)
In meinem MalZimmer habe ich noch einige volle Kisten stehen...

Beim selben Verkäufer stand dann auch noch dieses kleine Schränkchen,
was ich auf gar keinen Fall stehen lassen konnte.




Es passt perfekt in unser *StrandZimmer* (GästeZimmer).

Den hier kennt ihr bestimmt auch noch nicht...




Der neue Küchenstuhl - sehr beliebt besonders bei den Kleinsten! :o)
Mein liebster Platz morgens um sieben 
mit dem ersten Pott Kaffee ist momentan hier:




Einfach herrlich, wenn die Sonne hinter der Ostsee aufgeht 
und später ihre ersten Strahlen in den Garten fließen lässt...
Der schönste Moment des Tages!

Es ist sowieso die schönste Jahreszeit.
Alles sprießt und blüht.
Auch mein geliebter Flieder.
Der darf dann auch mal in unser SonnenStübchen kommen.




Und was seit einigen Wochen hier in unserer kleinen Werkstatt vor sich geht,
davon berichte ich sicher auch bald. ;o)
Es hat was mit einem "FundStück" aus dem letzten Sommer zu tun...





Jetzt wünsche ich euch allen ein wundervolles Wochenende!
Genießt die Sonne, so sie denn scheint und bleibt gesund.

Liebe Grüße in die Runde!

Eure Karin 
(die Henrijette Farbenfroh)




Mittwoch, 4. Mai 2016

Alles (nicht) nur in meinem Kopf...





Erinnerungen sind nicht immer gleich mit einem Lächeln im Gesicht verbunden.
Aber sie sind drin in meinem Kopf.


Mal ganz weit weg, dann aber wieder - so wie heute - ganz nah.

4. Mai 1999
Ein Tag, an dem mir ein Satz den Boden unter den Füßen weg gezogen hat.
"Wenn das tatsächlich Ihre Blutwerte sind, dann haben Sie Leukämie."
Ich höre mich noch sagen: "Dann muss ich jetzt durch die Hölle gehen, oder?"
"Ja, das müssen Sie!"

Ich finde es gut, wenn man so ehrlich zu mir ist. Dann weiß ich, woran ich bin.
Alles andere wäre gelogen gewesen und ich hätte wahrscheinlich nicht den Willen und die Kraft gehabt, mich auf die bevorstehende Zeit so einzulassen, wie ich es letztendlich getan habe.

Ich bin zu der Zeit 38 Jahre alt und unsere Kinder sind 10, 13 und 16.
Sie sind zwar keine Kleinkinder mehr - aber es sind meine Kinder.
Und sie realisieren ganz genau, was hier gerade passiert. 
Sie reagieren alle drei ganz unterschiedlich.
(...und es ist auch immer noch nicht ganz abgearbeitet...)
Mir zerreißt es fast das Herz, weil ich ihnen nicht helfen kann.
Aber ich denke auch: gut, dass es mich trifft.
Wäre es eines der Kinder.....das würde ich nicht ertragen.
Ich bin stark, ich halte das aus, ich schaffe das!




In meinem Kopf jedoch ist alles durcheinander.
Das geht doch nicht! Ich habe Kinder! 
Ich will sie groß werden sehen, sie brauchen mich doch noch! 
Im nächsten Mai haben wir Konfirmation... 
...und ich will doch auch noch Oma werden!

Es ist wichtig, Ziele zu haben. Verdammt wichtig.
Ich habe mir geschworen, 
dass ich bei der Konfirmation unserer Tochter dabei sein werde.
Und zwar gesund!
Natürlich konnte ich nicht wissen, dass dieser Plan klappt. 
Aber ich bin mir sicher, dass mir meine Ziele, meine Wünsche und Gedanken 
dabei geholfen haben, diesen Alptraum zu überstehen und gesund zu werden.

17 Jahre ist es heute her, dass ich diese Diagnose erhalten habe.
Es folgten ca. 7 Monate Kampf mit vielen schwarzen Löchern, in die ich gefallen bin.
Teilweise war ich gar nicht anwesend. Hab einfach alles geschehen lassen.
Ich fühlte mich wie in einer Blase oder einem dicken Wattebausch,
hörte nix mehr, wollte auch nix mehr sehen, mit niemandem mehr sprechen.
Ging auch nicht.



Ich weiß nicht, was geworden wäre, 
wärst du, mein Liebster, nicht jeden Tag bei mir gewesen!
Du hast mich immer wieder aufgebaut und mir Mut gemacht.
Wie viele Stunden haben wir stumm miteinander dort in der Klinik verbracht...
Ich konnte nicht sprechen - du warst erschöpft.
Also brachten dir die Schwestern einen Liegestuhl ins Zimmer, 
damit wir beide schlafen konnten.
Jeden Vormittag warst du bei mir, nachmittags bei den Kindern.
Dein Arbeitgeber hatte dir die Freiheit gelassen,
nur so viel zu arbeiten, wie es dir möglich war.
War ein toller Chef, der Herr R.!
Heute wäre es undenkbar...

Nach 5 Monaten begann mein zweites Leben -
ich bekam einen Tag nach meinem 39. Geburtstag 
neue Stammzellen von meiner Schwester.




Von da an ging es noch mal richtig bergab.
Der Körper wird für die Transplantation vollkommen "abgetötet". 
Alles auf Null. Reset.
Und dann kommen die neuen Zellen.
Wird der Körper sie annehmen - oder ist jetzt alles vorbei?
Ist es eine Infusion mit neuem Leben  - oder ist es meine "Todesspritze"?

Diese Gedanken gingen mir tatsächlich durch den Kopf.
Lachen und Weinen - beides gleichzeitig - Gänsehaut, ich zittere wie verrückt.
Ich freue mich und habe eine Höllenangst!
Doch ganz tief in mir drin bin ich mir sicher, dass es gar nicht schief gehen kann,
denn meine Schwester und ich sind innerlich so verbunden, 
dass es gar keine Zweifel geben darf.

Nach und nach erwache ich wortwörtlich zu neuem Leben.
Und bei meiner Entlassung aus der Klinik
sehe ich aus, als komme ich gerade aus dem Urlaub, so braungebrannt.
Das kommt allerdings von den Ganzkörperbestrahlungen,
meinem Solarium, wie ich es immer genannt habe.
Wenn die "Platte" und der Mundschutz nicht wären... ;o)
Der Schein trügt allerdings - ich bin dermaßen schlapp, dass ich kaum laufen kann.
Auch muss ich mich noch relativ lange von anderen Menschen fern halten,
weil mein Immunsystem noch nicht wieder so arbeitet,
wie bei einem gesunden Menschen.




Weihnachten feiern wir alle zusammen zu Hause.
Und 10 Monate nach Diagnosestellung - 5 Monate nach Transplantation -
fliegen mein Schatz und ich von HH nach L.A.,




weiter nach Hawaii / Maui, 
wo wir eine traumhaft schöne Woche im Paradies verbringen.




Auf dem Rückflug noch ein Stopp in New York, bevor es wieder nach Hause geht.
Hallo Leben! Ich bin wieder da! Ich spiele wieder mit! (wenn auch langsamer).

Die Konfirmation im Mai 2000 hab ich mit organisieren können 
und wir haben mit der großen Familie gefeiert.
Die Kinder sind inzwischen alle erwachsen, 
4-fache Oma bin ich auch.

Eine gewisse Kraftlosigkeit, Konditions- und Immunschwäche sind geblieben.
Aber ansonsten bin ich wieder vollkommen gesund.
Schon toll, was die Medizin so alles kann...!

***

Einige von euch wissen ja bereits von dieser Zeit.
Aber wie ich anfangs schon schrieb - es ist nicht raus aus dem Kopf.
Die Gedanken rutschen immer mal nach hinten ... und dann - so wie heute - 
sind sie wieder so greifbar nah.

Es kann sich alles so schnell ändern.
Darum ticke ich seither auch ein bisschen anders und versuche,
Dingen und Menschen "Adieu" zu sagen, dir mir nicht gut tun.
Daher auch meine Vorliebe für fröhlich bunte Farben und ein bisschen verrückt sein.
Ich amüsiere mich über die, die sich vielleicht wundern.
Und ich freue mich über die, die auch den Kopf mal ausschalten 
und auf ihren Bauch und ihr Herz hören.

Im Zusammenhang mit diesem heutigen Post möchte ich auch unbedingt wieder
einen Appell los lassen, sich bei der DKMS registrieren zu lassen,
falls es nicht bereits geschehen ist.
Leben spenden kann so einfach sein!
Die Typisierung erfolgt inzwischen sogar mit einem "Wattestäbchen".
Einfacher geht´s nicht.

***

Sprung...

Der Mai ist gekommen!
Die Schwalben auch.
Da diese allerdings in diesem Jahr mit Verspätung hier waren,
ist ihr Nest an unserem Haus inzwischen 
vom Zaunkönig umgebaut und besetzt worden.
Bin gespannt, ob es einen Neubau geben wird.

Genießt alle das schöne Wetter und die bevorstehenden Feiertage im Mai.
Ich gehe dann mal wieder raus in die Sonne und werde weiter unsere
"Villa Kunterbunt" streichen.





Alles Liebe, genießt den Frühling!

Eure Karin (die Henrijette Farbenfroh)